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Beck‘ sche Druckerei haucht Fachzeitschriften neues Leben ein

Hoher Automatisierungsgrad und modernste Technologien ermöglichen rentable Produktion auch bei kleinen Auflagen

BildInkjetdruck bester Qualität und Hochleistungs-Finishing mit dem Horizon StitchLiner Mark III: Während vielerorts Kapazitäten reduziert werden, hat die Druckerei C.H. Beck eine komplett neue Produktionslinie aufgebaut. Hochwertige Fachzeitschriften mit Auflagen zwischen 100 und 1.400 Stück können damit kostengünstiger hergestellt werden, als es mit allen anderen Verfahren von Druck und Weiterverarbeitung möglich wäre.

„Fachzeitschriften haben Zukunft“, sagt Uwe Bauhammer, Bereichsleiter Druck der Druckerei C.H. Beck im bayerischen Nördlingen. Bauhammer muss es wissen: Der Betrieb mit rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Teil der gleichnamigen Verlagsgruppe, deren Portfolio neben zahlreichen anderen Publikationen auch mehr als 50 gedruckte Periodika der Fachpresse umfasst. Bei Auflagen jenseits von 10.000 Stück entstehen die meisten dieser Produkte unverändert im Offsetdruck; geht es hingegen nur um einige hundert oder knapp über 1.000 Exemplare, ist eine kostendeckende Produktion selbst mit modernsten Laserdruckverfahren nur schwer darstellbar.

Obschon die Zahl der Special-Interest-Titel insgesamt seit Jahren kontinuierlich steigt, machen ein rückläufiges Anzeigengeschäft und hohe Druckkosten insbesondere den „kleinen“ Periodika das Leben schwer. Im Ergebnis bleibt vielen Verlagen nichts anderes übrig, als auf gedruckte Fachpublikationen zu verzichten und die Inhalte ins weitaus kostengünstigere Internet zu verlagern.

Nebenkosten bestimmen die Rentabilität
Gleichwohl: Auf das gewohnte Printprodukt zu verzichten, fällt vielen Herausgebern und Konsumenten nicht leicht. Und auch Uwe Bauhammer wollte das Marktsegment der Fachzeitschriften mit kleiner Auflage nicht so einfach abschreiben. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sebastian Birzele beobachtete er jahrelang die Entwicklung alternativer Druck- und Weiterverarbeitungstechnologien: „Das Entscheidende sind nicht etwa die reinen Druckkosten, vielmehr geht es darum, den Aufwand für Vorstufe, Einrichtung und Weiterverarbeitung möglichst niedrig zu halten“, erklärt Bauhammer. Sebastian Birzele, der in der Beck?schen Druckerei den Bereich Buchbinderei verantwortet, ergänzt: „Wenn die Nebenkosten eines Druckauftrages bei Auflagen zwischen 100 und 1.400 Exemplaren den Betrag von 100 Euro deutlich übersteigen, ist es mit der Rentabilität vorbei.“ Als alternatives Produktionsverfahren stehe zwar der Laserdruck zur Verfügung; allerdings rechne sich das nur bei Schwarzweiß-Produkten – was wiederum für viele potenzielle Anzeigenkunden uninteressant sei.

Technischer Fortschritt brachte die Lösung
Was weder Bauhammer noch Birzele erwartet hatten: Eine Lösung des Kostenproblems zeichnete sich schließlich dank der Fortschritte im Bogen-Inkjetdruck und im Finishing ab. Uwe Bauhammer: „Fachzeitschriften setzen sich oft aus unterschiedlichen Materialien für Umschlag und Inhalt zusammen. Solche Produkte bei einem insgesamt hohen Druckvolumen im Mehrschichtbetrieb zu verarbeiten, war mit Inkjet-Systemen bislang nicht möglich.“ Das änderte sich, als Canon das Inkjet-System Océ VarioPrint i300 auf den Markt brachte. „Nun konnten wir nicht nur kostengünstig Bogen und unterschiedliche Materialien verarbeiten, obendrein liefert die Maschine im Farbdruck auch noch eine Qualität, die sich ohne weiteres mit hochwertigen Laserdrucken messen kann“, freut sich Bauhammer.

Nur der StitchLiner Mark III erfüllte alle Anforderungen
Mit einer passenden Lösung für den Druckprozess war es aber noch nicht getan. Denn das Pflichtenheft für die neue Produktionslinie sah für die Bedienung des gesamten Systems lediglich eine einzige Person vor. „Unser Ziel war, den gesamten Prozess soweit es irgend geht zu automatisieren“, sagt Uwe Bauhammer. Was von der Bereitstellung der Druckdaten in digitaler Form bis zum eigentlichen Druck gut aufging, gestaltete sich in der Weiterverarbeitung jedoch etwas schwieriger – oder auch nicht: „Von allen am Markt verfügbaren Systemen zur Verarbeitung rückstichgehefteter Produkte in kleinen und mittleren Auflagen wurden unsere Anforderungen nur vom Horizon StitchLiner Mark III erfüllt“, stellt Bauhammer fest.

Darüber hinaus lässt sich das Horizon System perfekt mit der Druckmaschine verbinden: Die fertiggestellten Bogen werden hinter dem i300-System auf einer Palette gestapelt und an den Hochleistungs-Digitaldruckanleger HOF-400 übergeben. Nach dem Zusammentragen und Heften im StitchLiner Mark III werden den fertigen Zeitschriften über eine Einsteckstation Horizon IM-30 dann bei Bedarf noch vollautomatisch Beilagen hinzugefügt.

Die Kapazität des Systems ist so ausgelegt, dass pro Stunde bis zu 6.000 Broschüren mit einem Umfang zwischen 2 und 48 Blatt (8 bis 192 Seiten) im Format A4 produziert werden können. Das Besondere daran: Der Wechsel von einem Druckauftrag zum nächsten nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, dank voreingestellter Produktdaten werden alle erforderlichen Einstellungen und Justierungen vollautomatisch vorgenommen. Und wie es das Pflichtenheft der Druckerei C.H. Beck vorsah, braucht es zur Bedienung des gesamten Systems inklusive Druck und Weiterverarbeitung nur eine einzige Person. „Anfangs war es für unsere Leute noch etwas gewöhnungsbedürftig, neben der Druckmaschine auch noch die Finishing-Systeme zu bedienen“, berichtet Sebastian Birzele, „inzwischen ist das aber längst Routine, nicht zuletzt wegen der einfachen Bedienung per Touchscreen.“

Neues Angebot erfolgreich gestartet
Im Herbst 2017 installiert, sind Uwe Bauhammer und Sebastian Birzele mit der Kombination aus Inkjetdruck und Horizon StitchLiner Mark III in jeder Hinsicht zufrieden. Das Ziel, die „Nebenkosten“ pro Druckauftrag auf maximal rund 100 Euro zu begrenzen, konnte angesichts des hohen Automatisierungsgrades problemlos erreicht werden. Auf diese Weise kann die Druckerei C.H. Beck nun rentabel Fachzeitschriften in kleiner Auflage herstellen – und bei den Kunden kommt das zunehmend gut an, sagt Uwe Bauhammer: „Inzwischen produzieren wir im Einschichtbetrieb schon mehr als 30 Zeitschriftentitel, und dabei ist die Vermarktung dieses neuen Angebots noch gar nicht richtig angelaufen.“ Neben der Zeitschriftenproduktion nutzt die Nördlinger Druckerei den Horizon StitchLiner Mark III übrigens auch zur Herstellung von Faszikel-Werken. Dabei geht es zumeist um juristische Texte, die auf Dünndruckpapier in kleiner Auflage hergestellt werden – und die mit Grammaturen zwischen 39 und 45 Gramm zwar etwas außerhalb der Spezifikation liegen, mit dem StitchLiner Mark III aber dennoch problemlos verarbeitet werden können.

Was die Rentabilität der eigenen Investitionen angeht, sieht Uwe Bauhammer die Chance, manch „kleine“ Fachzeitschrift dank überschaubarer Produktionskosten vor der Einstellung retten und zugleich neue Kunden gewinnen zu können. Zudem könnten sich reine Online-Fachmedien bei vergleichsweise geringem Aufwand nun auch ergänzende Printprodukte leisten. Und Fachzeitschriften, die aus Kostengründen bislang nur schwarzweiß gedruckt werden, steht eine farbenfrohe Zukunft bevor – ohne dass die Erlöse darunter leiden müssen.

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Horizon steht weltweit für innovative Lösungen in der Druckweiterverarbeitung. Der internationale Marktführer bietet Produkte, die in Sachen Präzision, einfacher Bedienung, kurzen Rüstzeiten und Integrationsfähigkeit höchsten Ansprüchen gerecht werden. Insbesondere die vernetzten Smart-Finishing-Lösungen ermöglichen durch integrierte Kundenprozesse die wirtschaftliche Fertigung von Auflage 1 bis zur industriellen Produktion. Horizon Maschinen beherrschen das gesamte Spektrum der Druckweiterverarbeitung: Sammelheften, Klebebinden, Falzen, Zusammentragen, Schneiden, Folienkaschieren und Stanzen.

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